Sie sind hier: Verein > Aktuelles

Mario Leukel als Beispiel für gelebte Inklusion beim TuSpo "Nassau" Beilstein - Ein Bericht von Uli Geis

Aktuelles >> Tuspo-Allgemein

Der Name Mario Leukel ist allen Anhängern und Freunden des TuSpo "Nassau" Beilstein mittlerweile ein Begriff. Als "Edelfan" unterstützt der geistig behinderte junge Mann unsere Erste und Zweite Mannschaft in allen Belangen und ist bei jedem Spiel und beinahe jedem Training anwesend. Die Integration in unseren Verein gelingt hervorragend. Grund genug für Redakteur Uli Geis, Mario Leukel und das Thema Inklusion im TuSpo Beilstein in einem Zeitungsbericht genauer vorzustellen. Den kompletten Artikel finden Sie hier.

 

Gelebte Inklusion: Mario Leukel ist der größte Fan des TuSpo "Nassau" Beilstein

Mit Emmas "linker Klebe" und der Becker-Faust auf der Bank

Von Uli Geis

Greifenstein-Beilstein. "Emma" lässt grüßen! Wenn Mario Leukel zum Schuss auf das Tor ansetzt, dann werden Erinnerungen an den legendären Dortmunder Torjäger Lothar Emmerich, Europacupsieger und Vizeweltmeister von 1966, wach.

"Mario hat auch eine linke Klebe", bescheinigt Klaus Herrmann dem 39-Jährigen, der auf dem neuen Kunstrasen der Basalt-Arena von Beilstein wie alle anderen Spieler des A-Ligisten TuSpo Beilstein seine Aufwärmrunden dreht, mit dem Ball arbeitet und gut zuhört, wenn Trainer Rainer Wölfert mit seinem Team die Taktik bespricht.

Und als die Kicker vom Westerwald in der vergangenen Saison bis zum vorletzten Spieltag um den Aufstieg mitspielten, letztendlich den Sinnern aber den Relegationsplatz überlassen mussten, saß Mario Leukel in voller Montur auf der Bank. Zum Einsatz kam der gertenschlanke großgewachsene Mann mit der Nummer 12 aber nie. "Da sind Grenzen gesetzt", sagt Co-Trainer Klaus Zimmermann.

Mario Leukel ist geistig behindert. Was ihn aber keineswegs davon abhält, sich seine eigenen Gedanken über die Mannschaft zu machen. "Mit mir hätten sie den Aufstieg geschafft", ist der 39-Jährige sicher - und zwinkert seinem Gesprächspartner zu, wissend, dass die Bemerkung nicht allzu ernst gemeint ist.

Trotzdem: "Ich hätte das eine oder andere Ding noch rein gemacht", ist er überzeugt und setzt zum nächsten Sprint über den grünen Rasen an. Die Basaltarena motiviere ihn zusätzlich, bemerkt Mario Leukel. "Der Rasenplatz ist spitze!" Und um noch einen zusätzlichen Beweis für dessen Qualität zu liefern, jagt Mario Leukel einen Freistoß in die Maschen.

Emmas linker Klebe folgt die Beckerfaust - Mario Leukels Markenzeichen. Und die nagelneuen Fußballschuhe, die er kurz vor Trainingsbeginn erst aus dem Karton ausgepackt hat. Sie und das blaue Trikot mit den nassauischen Löwen auf dem Wappen trägt Mario Leukel mit Stolz über den Platz.

Seit einigen Jahren lebt der 39-Jährige in der betreuten Einrichtung eines privaten Trägers im Beilsteiner Schloss, in Sichtweite des Sportplatzes. "Er und andere junge Männer waren immer wieder bei den Trainingseinheiten dabei", erinnert sich Klaus Herrmann. Deshalb hätten er und seine Vorstandskollegen darüber nachgedacht, sie als gelebtes Beispiel für Inklusion in das sportliche Konzept einzubeziehen.

Geblieben ist Mario Leukel. "Unser größter Fan", attestiert ihm Herrmann. Während der Spiele hat der 39-Jährige seinen festen Platz auf der Bank. Nicht nur wegen seiner gleichmäßig guten Laune sei Leukel wichtig für die Mannschaft. Die Zwölf ist auch fest in das Betreuungskonzept integriert. "Ich bringe den Spielern in der Halbzeit das Wasser", berichtet er.

"Mario wird von allen im Verein akzeptiert", freut sich Klaus Herrmann. Das zeige sich nicht nur darin, dass er vor jedem Spiel zuhause abgeholt werde. "Zum Geburtstag haben ihm die Spielerfrauen einen Kuchen gebacken". Mario Leukel hat sich gefreut, doch im nächsten Moment war ihm die Mannschaft und deren Versorgung während des Matches wichtiger. Denn: "Das sind meine Jungs!"

Erst vor Kurzem ist Mario Leukels "Klientenstamm" noch ein wenig größer geworden. Zur Mannschaft des A-Ligisten sind mit Roger Garcia Hortigosa und Oriol Melchor zwei neue Spieler gestoßen. Die beiden 19-jährigen Spanier kommen aus Barcelona.

Über einen Bekannten hat Klaus Hermann die jungen Katalanen kennen gelernt, die nicht nur dem runden Leder hinterher jagen wollen, sondern auch eine Ausbildung suchen, die sie in ihrer Heimat nicht finden konnten. Nun möchten die Beilsteiner den beiden helfen, die Basis für einen Beruf neben dem Fußball zu finden.

Auch das sei eine Form gelebter Inklusion.

 

Mario Leukel hat eine "linke Klebe" wie in den 60er-Jahren der Dortmunder Stürmer Lothar Emmerich. Wenn der 39-Jährige abzieht, zappelt der Ball im Netz. (Foto: Uli Geis)

 

Mario Leukel, hier mit Trainer Klaus Zimmermann, liebt die Becker-Faust und "seine Jungs" vom TuSpo "Nassau" Beilstein. (Foto: Uli Geis)

 

Wollen künftig für den TuSpo "Nassau" Beilstein spielen und eine Berufsausbildung absolvieren: Roger Garcia Hortigosa (l.) und Oriol Melchor (r.) mit Klaus Herrmann. (Foto: Uli Geis)

 

 

Zurück

 

  Shopping

Hilf unserem Verein auf Klubkasse.de
 
 

 Projekte

 

  Sponsoren

 
 

HIER KÖNNTE IHR NAME STEHEN

 

  Besucher seit 06.01.2015

 

  Facebook

 

TuSpo Nassau Beilstein - Impressum