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Herausragende Persönlichkeit des Tuspo Nassau Beilstein aus der Vergangenheit "Dr. Karl Heinrich Schmidt"

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Vor hundert Jahren am 1. Mai 1916 wurde Dr. Karl Heinrich Schmidt in Beilstein geboren.
 
Die Jugend war es die nach der Auflösung des Vereins FC 1920 Beilstein im Jahr 1933, wieder Fußballspiele bestritt. Zunächst waren es nur Freundschaftsspiele, später auch Spiele um die Meisterschaft. Mit dabei Karl Schmidt. Bei Kriegsbeginn 1939 war es dann mit dem Spielbetrieb vorbei.
 
Nach Beendigung des Krieges war es Karl Schmidt der sich sofort um den Aufbau einer Mannschaft bemühte, was damals mit großen Schwierigkeiten verbunden war.
Der damalige Zeitzeuge Waldemar Rödling erinnerte sich: 
Auf dem schwarzen Markt, der verboten war, besorgten Karl Schmidt und ich in Wiesbaden gegen ein Sack Hafer, Butter und Fett, 4 Paar Fußballschuhe, einen Fußball und 11 Stutzen. Die Fußballstrümpfe stammten von dem Jagdgeschwa-der, das im Krieg in Wiesbaden-Erbenheim stationiert war.
Am 7. Juli 1946 veranstaltete der Verein anlässlich seines 25 jährigen Bestehens ein Jubiläumsturnier an dem 24 Mannschaften teilnahmen.
 
Karl Heinrich Schmidt besorgte den Pokal, wie man aus einer Postkarte entnehmen kann. Wichtig ist der Satz:
 „Für die Bezahlung kommen Sachen wie die gestern besprochenen in Betracht.“
 
Geld war ja nicht vorhanden.
 
 
Am 22. August 1950 anlässlich des 30. Geburtstages von unserem Verein, hielt Karl Schmidt die Festrede.
Es war ein sehr kritisches Jahr, denn der Verein hatte 450,00 Reichsmark Schulden.
 
In der Chronik ist zu lesen: „Karl Heinrich Schmidt hielt die Festrede. Er umriss den Werdegang des Vereins und forderte alle Anwesenden auf, im Interesse des Sports und der Jugend die sportliche Idee weiter zu tragen. Er rief zur Einigkeit auf und forderte im Besonderen die Haierner Jugend auf, dem Verein die Treue zu halten.“
 
Diese Ansprache hatte offenbar Wirkung gezeigt, denn die Schulden konnten abgebaut werden und auch sportlich ging es wieder aufwärts.
 
Im Jahr 1951 verlegte Karl Heinrich Schmidt seinen Wohnsitz nach Düsseldorf.
 
In der Chronik wurde folgendes festgehalten:
Dr. Karl Heinrich Schmidt hat seit 1945 die Mannschaft aufgebaut. Er selbst spielte Mittelläufer und war gewissermaßen die Seele der Mannschaft. Aus beruflichen Gründen siedelt der junge Assessor nach Düsseldorf über. Wir wollen auch an dieser Stelle nicht versäumen unserem Doktor für seine selbstlose Hilfe und seinem Geist für die gute Sache zu danken Er war für uns alle stets ein Vorbild.
 
Bei der Sportplatzweihe am 14. 8.1954 wurde Dr. Schmidt der Ehrenbrief des Vereins überreicht
 
Ministerialdirigent Dr. Karl Heinrich Schmidt hob in seiner Festrede zum 50 jährigen Bestehen des TuSpo „Nassau“  3 wichtige Punkte hervor die der Sport bewirkt.
Hier ein Auszug aus seiner Rede: 
 
Doch nicht Lust und Liebe zur sportlichen Betätigung allein sind es, die ihr Sinn und Zweck geben. Heute hat sportliche Betätigung eine wichtige Bedeutung in unserem gesellschaftlichen Leben. Sie bewirkt:
1. eine Erziehung zur körperlichen Tüchtigkeit und damit zur Gesunderhaltung des Körpers,
2. die Erziehung zur Kameradschaft, zur Fairness und damit zur Achtung von der Würde des Menschen und „last but not least“
3. die Idee zur Völkerverbindung.
 
Gerade der 3. Punkt  ist heute wegen der Flüchtlingskrise wieder sehr aktuell.
 
Trotz seiner großen Karriere, zuletzt war er Präsident vom Landessozialgericht in Nordrhein- Westfalen, ist das „Schmidtkarlchen“, wie er liebvoll in Beilstein genannt wurde, seinem Heimatort immer treu verbunden geblieben. So hat er sich im Jahr 1974 in Beilstein ein Haus, in der Westerwaldstrasse, gekauft, so mal er ja auch einen Teil der Beilsteiner Jagd gepachtet hatte. Wenn er in Beilstein war  wurde nur Beilsteiner - Platt gesprochen. Für seinen Turn- und Sportverein hat er sich immer sehr interessiert.
 
Am 11. Dezember 1976 verstarb Karl Heinrich Schmidt, im Alter von gerade einmal 60 Jahren.
 
 
 
Beruflicher Werdegang:
 
Schmidt, Karl Heinrich, Dr.
 
Geboren: 1. Mai 1916 Beilstein, Dillkreis
 
Gestorben: 11. Dezember 1976
 
1932-1935 kfm. Lehre; 1935-1945 Wehrdienst, Kriegsdienst und -gefangenschaft; 1941-1942 u. 1945-1948 jur. Studium (1951 Dr. jur.); Vorbereitungsdienst (1951 Große jur. Staatsprüfung); 1951 Anwaltsvertreter; 1951-1952 Rechtsschutzsekretär beim DGB, Landesbezirk NRW; 1952 wiss. Hilfsarbeiter beim Landesarbeitsgericht Düsseldorf; 1953 Vorsitzender auf Zeit beim Arbeitsgericht Dortmund; 1955 Arbeitsgerichtsrat ebd.; 1958 Versetzung an das Arbeitsgericht Düsseldorf; 1958-1959 Hilfsrichter beim Landesarbeitsgericht Düsseldorf; 1959 Landesarbeitsgerichtsdirektor ebd.; 1969 Ministerialdirigent im Ministerium für Arbeit, Gesundheit u. Soziales NRW; 1975-1976 Präsident des Landessozialgerichts.
 
 
 
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