Sie sind hier: Helden des Tuspo

Hall of Fame

 

Hier finden Sie nach und nach alle Helden der Tuspo Vereins Geschichte.

 

 

Friedel Thorn die treue Seele des Tuspo Nassau Beilstein "Blau Orange ein Leben lang"

Helden des Tuspo >> Helden des Tuspo

Friedel und sein Sportverein

 

 

Am 11. November 1938 wurde Friedel Thorn in der Driedorferstrasse (jetzt Westerwaldstraße 59) in Beilstein - Haiern geboren. Wer an solch einem Tag das Licht der Welt erblickt, der ist bestimmt ein spaßiger Mensch, denn am 11.11. beginnt die Karnevalszeit. Friedel hat bis heute noch sehr viel Humor und immer einen flotten Spruch auf den Lippen.

 

So mit ungefähr zehn Jahren hatte Friedel seine ersten Fußballspiele bestritten, damals noch im Rahmen des Schulsportes. 

Friedel Thorn mit seinem Vater Heinrich

Friedel erzählt: „Unter der Leitung vom dem Lehrer Diesterweg ging es zum Spielen zu einem Platz unter der Schmalburg, da wo heute das Schützenhaus steht. Wenn der Lehrer Diesterweg verhindert war, übernahm der Lehrer Egon Raab das Training. Alle Schüler waren mit großem Eifer bei der Sache. Mir hat es sehr gut gefallen. Ich stand im Tor. Um noch besser zu werden, sind wir Haaner – Spieler, der Ewald Hammel, der Franz Sedlaczek, der Eberhard Zimmermann und ich zum Trainieren in den Geierstein gegangen. Mit Laub wurde das Tor markiert.

Ich stand im Tor und die anderen haben auf das Tor geschossen.

Anfang der 50er Jahre fanden in Driedorf auf dem alten Sportplatz (beim Potsdamer Platz) Jugendsportfeste statt. Neben den Einzel-wettbewerben, wie Weitsprung, Weitwurf, Hochsprung und Lauf-wettbewerben, gab es auch ein Fußballspiel. Unter der Leitung von unserem Lehrer Martell sind wir nach Driedorf gelaufen und haben an dem Sportfest teilgenommen. Ewald Hammel unser großes Sportass hatte bereits im vergangenen Jahr den Einzelwettbewerb gewonnen. Das Fußballendspiel mussten wir gegen Breitscheid bestreiten. Ich stand zum ersten Mal bei einem richtigen Spiel im Tor. Zur Halbzeit lagen wir 1:0 zurück. Ewald Hammel, damals schon ein sehr guter Spieler, hat es in der Verteidigung nicht mehr gehalten. Er ging dann in den Sturm und schoss noch zwei Tore. Ich habe sogar noch einen Elfmeter gehalten. Wir gingen dann mit einem 2:1 Sieg vom Platz.

Da Ewald Hammel auch in diesem Jahr wieder den Einzelwettbewerb gewonnen hatte, sind wir voller Stolz und mit großer Freude, singend mit Lehrer Martell an der Spitze, zurück nach Beilstein marschiert.

Bei der Gaststätte „Becker-Jakob“, dem jetzige Haaner Eck wurde dann eingekehrt. Für uns Jungs gab es aber nur Apfelsaft.

Nach diesem großartigen Spiel habe ich mich dann getraut der TuSpo - Jugend beizutreten. Zunächst konnte ich noch nicht im Tor spielen, das war von Manfred Göpel belegt. Als der im Oktober 1953 von Beilstein wegzog, konnte ich dann bei den Meisterschaftsspielen von unserer Jugend im Tor stehen“.

 

Mitglied im Verein wurde ich im Juli 1953, damals noch mit 30 Pfennig Beitrag.

 

Wir  wurden von Heinz Koob trainiert. Ein wichtiger Satz vom ihm ist mir immer noch in guter Erinnerung geblieben: Wenn ihr vor dem Tor steht, kein Spieler frei ist und ihr wisst nicht wohin mit dem Ball, dann schießt so fest ihr könnt auf das Tor“.

 

Friedel fährt in seinen Erzählungen fort: „Das Training wurde im Winter und bei schlechtem Wetter im Saal der Gaststätte Held durchgeführt. Es wurde trainiert mit Medizinbällen und sehr viel Seilspringen geübt. Eberhard Zimmermann sprang so heftig, dass eine Diele im Boden zerbrach. Heinz Koob musste im Anschluss die Reparatur durchführen. Das Training bei Held hatte noch einen guten Nebeneffekt, Erna Held gab uns nach dem Training immer Wurstreste zum Essen. Da wir Jungs ja immer Hunger hatten, war das schon eine tolle Sache.

Zu den Spielen fuhren wir mit einem Bus von dem Taxiunternehmen Stroh aus Allendorf. Da nicht alle Spieler im Bus Platz hatten musste Einer in den Kofferraum. Meistens war das der Erwin Elsner, denn der war damals der Kleinste.

Die Spieler bezahlten für die Fahrt 50 Pfennig, denn Rest von der Rechnung hat Heinz Koob beglichen.

 

Bei einem Spiel in Diefenbach hat uns ein Punkt gefehlt um Meister zu werden. Zur Halbzeit haben wir noch durch ein Tor von Walter Schmidt 1:0 geführt. Leider haben wir das Spiel mit 2:1 verloren.

Unglücklicher Weise mache Erwin Kröckel noch ein Selbsttor. Auf der Heimfahrt mit dem Bus, hieß es für Erwin Kröckel in Wallendorf aussteigen. Du weißt schon warum, so Heinz Koob (Eigentor). Von dort musste er nach Hause laufen.

 

Bei einem Turnier in Brandoberndorf sind wir mit der Jugend, da eine Mannschaft ausgefallen war, kurzfristig eingesprungen. Da wir zwei Spieler aus Münchenhausen hatten, den Günter Wüstenhöfer und den Windisch, bin ich und der Franz dorthin gelaufen und haben die Beiden informiert.

 

Münchhausen hatte ja früher eine eigene Fußballmannschaft, die auch gegen Beilstein spielte, wir Jungs, die Spieler und auch die Zuschauer sind dann zu Fuß nach Münchhausen gelaufen.

 

 

Ewald Hammel war in der Jugend und auch in der ersten Mannschaft unser bester Spieler. Bei dem Spiel der ersten Mannschaft, Beilstein gegen Edingen, am 18. Oktober 1953 auf dem Sportplatz „Auf den Endseifen“ war er mit von der Partie (Ewald Hammel war damals 16 Jahre alt). Bei der Edinger - Mannschaft spielte Heinrich Görzel mit. Er war ein großer stattlicher Mann und spielte in der Verteidigung. Immer wenn ein Stürmer ankam, strecke er die Arme aus, machte die Beine auseinander, es gab kein Durchkommen. Zweimal konnte er Ewald so stoppen. Beim dritten Mal lief ihm Ewald durch die Beine. Görzel drehte sich um und wollte nach ihm schlagen. Helles Gelächter bei den Zuschauern. Ich war so empört, so dass ich gerufen habe: Fußballspielen kannst du nicht, nur kleine Jungen schlagen. Görzel rannte auf mich los, Kurt Germann versuchte ihn noch mit dem aufgespannten Schirm zu stoppen hatte aber keinen Erfolg. Bis zur Hütte von dem Peter Rauchholz ist er mir nachgelaufen. Dann hat er aufgegeben. Im Übrigen wurde das Spiel durch ein Tor von Karl Heinz Hanicz mit 1:0 gewonnen“.

Spielerpass von Friedel Thorn

Ein großes Ereignis für Friedel war das Pokalendspiel gegen die Eintracht Wetzlar im Stadion. Das Spiel hat die Beilsteiner Jugend zwar mit 9:0 verloren, trotzdem wird es Friedel nie vergessen. Im Tor der Eintracht stand damals Dr. Kunter, der später bei der Eintracht Frankfurt spielte und als fliegender Zahnarzt bundesweit bekannt wurde.

In der Beilsteiner Jugend spielten in diesen Jahren: Heinz Weber (Rodenberg), Heinz Steindorf (Rodenberg), Fritz Schenk (Rodenberg), Günter Wüstenhöfer (Münchhausen), Windisch (Münchhausen), Erwin Elsner, Erwin Kröckel, Walter Schmidt, Eberhard Nebhuth, Norbert Grün, Ewald Hammel, Eberhard Zimmermann, Franz Sedlaczek, Günter Würz und Wolfgang Koob.

 

Friedel hatte seinen ersten Einsatz bei der ersten Mannschaft am 9. Mai 1954 gegen Obershausen in Beilstein, damals gerade 15 Jahre alt.

Das Spiel wurde leider mit 2:4 Toren verloren. An den Friedel soll es aber nicht gelegen haben.

In der Mannschaft spielten: Wolfgang Dietermann, Richard Scheufler, Heinz Meuser, Fred Dietrich, Winfried Dietmar, Waldemar Rödling (Eberhard Nebhuth) Karl - Heinz Dietermann, Karl Heinz Hanicz, Dieter Haubach und Manfred Pfeiffer.

Die Tore für Beilstein erzielten: Hanicz und Nebhuth

 

„Vor diesem Spiel war ich sehr aufgeregt, denn ich hatte ja keine Fußballschuhe. In der Jugend wurde mit den normalen Werktagsschuhen gespielt. Karl - Heinz Dietermann hat mir dann welche von ihm gegeben. Da diese aber zwei Nummern zu groß waren, habe ich diese mit Socken ausgestopft“, so die Aussage von Friedel.

 

Die Jugend spielte bei der Sportplatzeinweihung am 15. August 1954 gegen eine holländische Mannschaft. Das Tor wurde von Friedel Thorn gehütet.

 

Weiter Einsätze in der ersten Mannschaft kamen dann von Januar 1957 an.

 

Am 27. Januar 1957 spielten wir mit der ersten Mannschaft in Edingen. Wir verloren das Spiel mit 4:2 Toren. Nach dem Spiel wurden Wannen mit Wasser hingestellt, damit wir uns waschen konnten. Sportheime gab es in dieser Zeit noch nicht“, erzählt Friedel.

 

Bei der ersten Hollandfahrt nach Almelo war auch Friedel Thorn mit an Bord.

Mit dabei und auch mitgespielt hat Siegfried Herrmann, die Holländer waren ganz empört, so ein kleiner Junge dürfe doch noch nicht in der Mannschaft spielen. Er war damals halt noch sehr klein. Aber in den 60er Jahren als die Jugend wieder einmal in Holland spielte, waren die Holländer sehr erstaunt, als der A-Jugendspieler Siegfried Herrmann den Bus nach Hause fuhr.

Bei dem Pokalspiel gegen Niederquembach am 15. September 1957 stand Friedel Thorn bei der ersten Mannschaft im Tor. Beilstein konnte einen 3:1 Sieg feien.

 

Ein Spiel ist Friedel noch in großer Erinnerung geblieben. Es war eigentlich nicht das Spiel sondern was danach gekommen ist.

 

Doch lassen wir ihn zu Wort kommen:

 

„Wir hatten in Wetzlar Fußball gespielt und an diesem Tag war in Fleisbach Kirmes. Erhard Hartmann, seine Frau war aus Fleisbach, ließ deshalb nicht locker, da müssen wir noch einmal hin. Wir hatten ja den Bus von dem Fred Dietrich aus Merkenbach und somit war das auch kein Problem und es wurde nach Fleisbach gefahren. Aber dann wurde die Heimfahrt immer wieder hinausgezögert. Walter Schmidt und ich wir waren die Jüngsten von den Beilsteinern Spielern. Nach eins bis zwei Schoppen war unser Sonntagsgeld alle und wir standen darum. Zuhause wurden sich schon große Sorgen gemacht, wo wir nur bleiben. Fred Dietrich hat uns dann mit dem Motorrad nach Hause gefahren. Den Rest der Mannschaft ist dann erst nach 1:00 Uhr feucht-fröhlich in Beilstein angekommen“.

 

 

Friedel Thorn war ein großes Talent und man war sich einig, dass er der zukünftige Torwart der ersten Mannschaft ist.

 

 

Aber es sollte alles anders kommen!

 

 

Am 5. Januar 1958 hat Friedel Thorn beim Fußballspiel in Holzhausen einen Beinbruch erlitten. Die Erstversorgung nahm damals Dr. Loh aus Holzhausen vor. Nach dieser schweren Verletzung war die Karriere vom Friedel als Fußballer beendet.

 

Unten: Ein Bericht aus der heimischen Presse, der beim Friedel in der Kellerbar hängt. 

Beim Friedel im Krankenhaus war noch richtig was los. Auch die Schwestern haben sich fürsorglich um ihn gekümmert. Bier gab es wahrscheinlich auch zu trinken, wie man auf dem Bild sehen kann.

 

Am 17. Januar 1959 wählten die Mitglieder Friedel Thorn, Hans-Dieter Kunz und Gerhard Dietermann zu Hilfskassierern.

 

Im Jahr 1967 begann Friedel Thorn seine zweite Karriere als Betreuer und Masseur der 1. und 2. Mannschaft. Prellungen, Abschürfungen oder sonstige kleine Verletzungen wurden von ihm behandelt. Er hat die Spieler massiert und Muskeln gelockert. Gerhard Dietermann bekam nach einer Kopfverletzung einen so schönen und festen Verband angelegt, so dass dieser weiter spielen konnte.

 

Ein Ereignis ist ihm noch gut in Erinnerung geblieben. „Ich hatte eine Salbe „Heilende Wärme“ die nach dem Einreiben wahre Wunder bewirkte und die Spieler keine Schmerzen mehr verspürten. Horst Peter wollte sich selbst einreiben. Ich habe ihn noch gewarnt er solle ja nicht so viel nehmen. Er war aber bestimmt der Meinung je mehr desto besser. Außerdem hatte er noch vergessen nach dem Einreiben sich die Hände zu waschen. Während dem Spiel hat er geschwitzt und sich mit den Händen durch das Gesicht gefahren. Sein Bein und auch sein Gesicht waren nach dem Spiel feuerrot und alles hat gebrannt“, so Friedel und ein Lächeln huscht ihm über das Gesicht.

Die Mannschaft von 1975. Ganz links Erich Thorn (Spielausschuss), daneben Masseur Friedel Thorn, in der Mitte ohne Trikot Trainer Armin Bernhardt.

 

Bis 1986 war Friedel als Masseur tätig. Viele Trainer hat er damals kommen und gehen sehen.

Über die Arbeit der einzelnen Trainer hält er sich zurück. Lediglich von Hartmut Öhlschläger war er sehr angetan.

 

Friedel erinnert sich auch heute noch gerne mit großer Freude an diese Zeiten zurück. „Die Spieler in der heutigen Zeit sind technisch besser als wir es waren und auch schneller. Aber eines vermisse ich sehr. Es wird bei den Mannschaften nicht mehr so viel gesungen wie bei uns. Wenn wir von den Spielen nach Hause fuhren wurden immer Lieder gesungen. Wie zum Beispiel: Es zog eine Mannschaft wohl über den Rhein, bei einer Frau Wirtin da kehrten sie ein“, so das Fazit von Friedel Thorn.

 

Bei dem Sportplatzbau 1969 war Friedel tatkräftig im Einsatz. Mit der Schubkarre hat er „Rote Erde“ auseinander gefahren.

Auch bei den Theaterspielen in den 50er Jahren war Friedel einer der Darsteller.

Von links: Gerhard Dietermann, Friedel Thorn, Christel Rinker und Norbert Stahl

 

Friedel ist immer da wenn er gebraucht wird. So auch 1979 beim Schmücken des Kirmeswagens von unserer D-Jugend. Rechts im Bild Gerhard Rogge.

Friedel hat natürlich auch bei keiner Feier gefehlt. 

 

Weihnachtsfeier 1988

Auf dem Bild rechts neben Friedel Wolfgang Dietrich, links die Hella

daneben Werner Heuser und Gerhard Eckert.

Ganz links mit Blick zum Fotographen Gerhard Rogge.

Kommers zur Eröffnung der Basaltarena am 19. Juli 2014

 

Vorne im Bild:

Die zwei ältesten Mitglieder die anwesend waren:

Karl-Heinz Dietermann (81 Jahre) und Friedel Thorn (75 Jahre).

Beide leisten noch sehr viele Arbeiten am Sportplatz und Sportheim.

(Aus der Chronik des TuSpo „Nassau“)

Friedel Thorn bei der Seniorenfeier am 29. November 2014

Viele Stunden verbrachte Friedel Thorn schon mit Arbeiten am Sportplatz oder auch im Sportheim. Heute noch mit fast 78 Jahren stellt Friedel seine Arbeitskraft dem Verein zur Verfügung. Er ist Einer der wirklich das TuSpo - Gen in sich hat. Für ihn gilt auch das Motto, ein Leben lang blau/orange.

Neben dem Fußball hat der Friedel noch ein zweites Hobby. Die Hege und Pflege des Wildes hat er sich zur Aufgabe gemacht.

Zuletzt geändert am: 13.02.2017 um 11:03

Zurück

 

Hilf unserem Verein auf Klubkasse.de
 

  Projekte

 

  Sponsoren

 
 

HIER KÖNNTE IHR NAME STEHEN

 

  Besucher seit 06.01.2015

 

  Facebook

 

TuSpo Nassau Beilstein - Impressum