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Hall of Fame

 

Hier finden Sie nach und nach alle Helden der Tuspo Vereins Geschichte.

 

 

Die Geschichte des Tuspo von seiner Gründung im Mai 1920 bis zur Wiedergründung 1946 und der Weiterentwicklung des Vereins in den 50 er Jahren

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Helden des TuSpo

 

FC 1920 und Turn- und Sportverein Beilstein

 

Wir schreiben das Jahr 1920. Der erste Weltkrieg ist gerade einmal zwei Jahre vorbei. Da trafen sich in einer lauen Mainacht im Brühl junge Burschen im Alter von 14 bis 18 Jahren um einen Fußballverein zu gründen. In eine Gastwirtschaft konnten sie nicht gehen, da sie sonst von den Älteren hinausgeworfen worden wären.

 

Heinrich Feith, damals 17 Jahre alt, wurde zum Vorsitzenden gewählt.

Das Amt des Kassierers übernahm Wilhelm Koob (geb. 24.09.1905) und als Schriftführer fungierte Alfred Dietermann (geb. 30.05.1905).

 

„Deiner iss jo aach beim Fußball, de honse doch nit all, mit elf Mann hinher aam Ball herzulafen, dee solle doch lewer was schaffe“, so oder so ähnlich werden damals die Gespräche gewesen sein.

 

Trotz dieser großen Ablehnung von Seiten der Beilsteiner Bevölkerung und großen Schwierigkeiten, so gab noch keinen Fußballplatz und Geld war auch keins vorhanden um Trikots, Fußballschuhe oder Bälle zu kaufen. Aber alle diese Probleme konnten gelöst werden. In Verhandlungen mit der Gemeinde gelang es Heinrich Feith, dass der FC 1920 Beilstein ein Gelände „Vor den Birken“ zugewiesen bekam, das dann in Eigenleistung als Fußballplatz hergerichtet wurde. Unter der Aufsicht des Försters haben die Jungs im Wald zwei Tannen geschlagen, mit dem Beil bearbeitet und als Tore aufgestellt.

Gespielt wurde in den Arbeitsschuhen, damals hohe Schuhe und mit Nägeln auf der Sohle.

Der erste Fußball war eine Spende von Richard Ernst.

 

Nicht bei allen Beilsteinern stießen die damaligen Fußballer auf Ablehnung. Es gab auch Förderer wie Paul Eckert, Walter Stahl, Otto Rödling und Richard Ernst.

 

Ab Januar 1924 übernahm Alfred Dietermann den Vorsitz.

 

Am 24. Februar 1924 wurde im Saal der Gaststätte Held ein Theaterstück aufgeführt. Die Hautrollen spielten: Wilhelm Koob, Heinrich Feith und Alfred Dietermann.

 

Der noch junge Verein veranstaltete 1925 ein großes Sportfest mit vierzehn Fußballmannschaften. Dies hat sehr viel dazu beigetragen, dass sich die Akzeptanz in der Bevölkerung zu dem Verein doch sehr verbes-sert hat.

 

Wilhelm Koob übernahm dann im Januar 1926 den Vorsitz.

 

In den Jahren von 1927- 1929 hat der Verein sehr gute talentierte Spieler hervorgebracht. Es waren dies: Arnold Peter, Hermann und Paul Stahl, Ernst und Willi Eckert, Willi Dietermann, Willi Roos und August Stahl.

 

Der schwärzeste Tag in der Vereinsgeschichte war der 10. Juli 1933 als der Verein von den damaligen Machthabern aufgelöst wurde. Der ganze Besitz des Vereins ging verloren unter anderem auch die Vereinschronik und 500 Reichsmark an Bargeld. In der damaligen Zeit viel Geld.

 

Danach gab es nur noch eine Schülermannschaft.

In ihr spielten: Richard und Ernst Scheufler, Karl-Heinrich Schmidt, Willi Dietrich, Willi Sattler, Walter und Alfred Hemann.

 

1939 wurde dann der Spielbetrieb ganz eingestellt.

 

Diese jungen Burchen haben etwas ganz Großes geleistet. Sie waren von ihrer Sache überzeugt, haben ihr Ziel immer im Auge gehabt und sich durch nichts davon abbringen lassen.

Vor ihnen muss man sich ehrfürchtig verbeugen.

 

Da damals auch die Vereinschronik verloren ging, gibt es über diese Zeit von 1920 bis 1939 keine Aufzeichnungen mehr. Gerhard Dietermann ist es zu verdanken, dass wir doch noch Einiges dazu erfahren können, er hat hierzu seinen Vater befragt und die Erinnerungen von Alfred Dietermann in der Chronik festgehalten.

 

 

Wieder ist ein Krieg zu Ende. Am 8. Mai 1945 hat Deutschland bedingungslos kapituliert.

Alfred Grün schreibt auf eindrucksvolle Art und Weise darüber in der Chronik:

Der furchtbarste Krieg ist zu Ende. Deutschland ist vernichtend besiegt und hat im Frühjahr 1945 seine bedingungslose Kapitulation unterschrieben.

Eine ganze Anzahl junger und hoffnungsvoller Sportler sind auf den Schlachtfeldern Europas und in den Bombenhageln in den Städten und Dörfern Deutschland verblutet oder zum Krüppel für ihr ganzes Leben geworden. In der Gefangenschaft in aller Welt harrt ein großer Teil auf die Heimkehr. Nur ganz wenige vom Glück besonders begünstigt, sind oder kommen allmählich nach Hause.

Auch in unserem Heimatdorf ist der Krieg nicht ohne Verluste an jungen Männern vorübergegangen. Die Zahl der zurückgekehrten Sportler ist gering. Schwer liegt noch auf allen der Druck der letzten Geschehnisse und nicht ohne Bangen fragt sich jeder: Was wird nun aus unserem Sport in der Zukunft? Sind wir personell und materiell überhaupt noch in der Lage einen Sportverein auf Dauer zu gründen.

Einige sportliebende Beilsteiner, wie Heinz Koob, Karl-Heinrich Schmidt, Arnold Peter, Heinrich Roos, Richard Scheufler und Otto Kunz waren die Ersten. Einen gewissen Grundstock jedoch hatten bereits die Jugendlichen, die auf ihre Entlassung aus der Gefangenschaft nicht zu warten brauchten, gelegt.

Erwähnt sind hier Waldemar Rödling, Günter Dietermann, und Adolf Schröder.

Es geht sehr langsam vorwärts, die Schwierigkeiten sind zu groß.

Und trotzdem gelingt es im Herbst 1945 eine spielstarke Fußballmannschaft zu stellen. Durch persönliches und zum Teil selbstloses Bemühen eines jeden Einzelnen werden Bälle, Schuhe und Bekleidung herbei geschafft. Das wesentliche bei Allem aber war der Geist und der Wille, trotz aller Schwierigkeiten wieder in Beilstein einen Fußballverein zu gründen.

Der Schwerpunkt wird auf Fußball gelegt. Im Oktober 1945 meldeten wir dem neugegründeten Sportverband in Dillenburg eine erste und eine Jugendmannschaft zu den Verbandspielen an. Auf Grund eines Erlasses der Militärregierung musste jede Sporttreibende Vereinigung, mit Angaben der Vorstandsmitglieder, zwecks Zulassung gemeldet werden. Die Zulassung erfolge dann durch das Kultusministerium.

 

Wir gaben unserem Verein den Namen:

 

Turn- und Sportverein „Nassau“ Beilstein

 

In den Vorstand wurden gewählt:

Willi Dietermann, Vorsitzender

Alwin Post, Kassierer

Richard Scheufler, Gerätewart

Bernhard Zachow, Schriftführer

 

Vor der Wahl mussten alle zu wählenden Vorstandsmitglieder den Amerikanern gemeldet werden. Nur wer politisch eine weise Weste hatte, durfte in den Vorstand gewählt werden.

Diese vier Männer bildeten damals den Vorstand.

Heute sind im Gesamtvorstand über 30 Männer und Frauen.

Der Verein hatte damals 35 Mitglieder.

Es waren:

Willi Dietermann, Bernhardt Zachow, Alwin Post, Richard Scheufler,

Willi Scheufler, Werner Scheufler, Otto Kunz, Heinz Koob, Hans Hemann, Walter Hemann, Alfred Hemann, Helmut Roos, Karl-Heinrich Schmidt, Friedel Pfeiffer, Kurt Klimpke, Alfred Dietermann, Otto Rödling, Richard Ernst, Helmut Ernst, Alfred Grün, Fritz Knetsch, Paul Knetsch, Arnold Peter, Ernst Rödling, Heinrich Thorn, Walter Thorn, Reinhardt Pfeiffer, Heinz Pfeiffer, Ernst Pfeiffer, Otto Müller, Willi Eckert, Karl Grün, Erwin Schnell, Heinz Ansorg und Karl Lenz.

 

Der Mitgliedsbeitrag betrug 0,50 Reichsmark.

Der amerikanischen Verwaltung wurden 24 Jugendliche gemeldet.

Es waren dies:

Erwin Hild, Erwin Schauß, Willi Heuser, Günter Stahl, Adolf Schröder, Heinz Aulenbacher, Waldemar Rödling, Günter Dietermann, Gerhard Eckert, Karl-Heinz Offenbach, Willi Held, Edwin Schmidt, Kurt Neuser, Werner Schnell, Günter Lenz, Willi Lenzer, Ewald Pfeiffer, Ewald Roos, Erwin Schmidt, Karl Roos, Heinz Schmidt, Willi Meuser, Willi Sattler und Egon Sattler.

 

Im Januar 1946 fand die Generalversammlung statt.

Die Mitglieder wählten:

 

1.Vorsitzender: Willi Dietermann

2. Vorsitzender: Jakob Becker

Schriftführer: Alfred Grün

Kassierer: Alwin Post

Jugendleiter: Jakob Becker

 

 

 

Es wurde eine neue Satzung ausgearbeitet und bei der Bezirksmilitärregierung ein Antrag auf Genehmigung des Vereins gestellt.

Der Verein musste sich alles genehmigen lassen, auch die Fahrten zu den Auswärtsspielen.

 

 

Jakob Becker war von 1947 – 1948 Jugendleiter im Verein. Die Aufgaben im sportlichen Bereich waren sicherlich nicht so groß. Es gab nur eine Jugendmannschaft, aber dafür gab es andere Probleme die gelöst werden mussten, wie wir einem Brief entnehmen können.

Bei der Generalversammlung 1948 wurde Jakob Becker in den Kulturausschuss gewählt. Jetzt war er verantwortlich für die Theateraufführungen des Vereins, die er ja schon früher geleitet hat.

Am 25. Dezember 1946 wurde im Saal der Gaststätte Held das erste Theaterstück gespielt, „Die Wilderer“.

Im April 1947 kam dann das zweite Theaterstück, „Solange dein Mütterlein lebt“, zur Aufführung.

Jakob Becker hat sich um unseren Verein verdient gemacht. Vielen ist nicht bekannt, dass er der erste Jugendleiter war.

In Erinnerung ist das Engagement von ihm für die Theateraufführungen geblieben.

Er war bis zu seinem Tode 1969 Mitglied im TuSpo und hatte stets ein offenes Ohr für den Verein.

Jakob Becker wurde im Jahr 1900 in der Pfalz geboren. 1924 zog es ihn zunächst nach Rodenberg, weil hier Arbeitskräfte in den Steinbrüchen gesucht wurden. In dem Steinbruch „Schmalburg“ hat er lange gearbeitet. 1929 baute er in der Bahnhofstraße ein Wohnhaus, das dann 1952 erweitert wurde und die Gaststätte „Becker-Jakob“ entstand.

Dieser Name wurde weit über die Kreisgrenzen bekannt.

Die Gaststätte „Becker- Jakob“ war auch für den Chronisten die Ursache, dass er nach Beilstein kam. Hier hat er seine Frau Ingrid Thorn kennen gelernt.

Jakob Becker - Bild aus den 50 er Jahren.

Jakob Becker als junger Mann, der 1924 auf den Weserwald kam.

 

Helmut Funk hat in dem Buch 700 Jahre Haiern sehr ausführlich über Jakob Becker und die Gaststätte berichtet.

Der Vorsitzende Bernd Stockenhofen konnte beim Seniorentreffen 1989

den 1. Vorsitzenden von 1920 Heinrich Feith, sowie auch den 1. Vorsitzenden von 1946 Willi Dietermann willkommen heißen.

Wenn wir die Geschichte des Turn- und Sportverein betrachten, muss man schon feststellen, aus dem zarten Pflänzchen FC 1920 Beilstein, der eigentlich wenig Überlebungschancen hatte, ein großer und starker Turn- und Sportverein, mit über 600 Mitgliedern geworden ist.

Wie eine Pflanze gute und kräftige Wurzel braucht um überleben zu können, so war es für den Verein wichtig Männer zu haben die sich sehr engagiert haben und sich auch durch keinen Sturm umbiegen ließen.

Männer wie Alfred Dietermann, Wilhelm Koob, Willi Dietermann waren diese Wurzeln, die im Boden fest verankert waren.

Die Nachkommen von diesen Familien haben dann dazu beigetragen, dass der Verein sich immer weiterentwickelt hat.

Genannt werden muss hier Günter und Gerhard Dietermann, sowie auch Gerhards Sohn, Christian, der von 2002 bis 2012 den Verein geführt hat.

Aber auch die Nachkommen von Willi Dietermann, Wolfgang und Karl- Heinz, haben sich sehr für den Verein eingesetzt.

Ebenso der Sohn vom Wilhelm Koob. Erich hat seinen Beitrag, unter anderem neun Jahre als Vorsitzender, für den TuSpo geleistet. Ein Verwandter von Ihnen, Heinz Koob hat ebenfalls zu dem Verein gestanden und wichtige Arbeit geleistet.

Nicht zu vergessen Richard und Werner Scheufler, Fußballer mit Leib und Seele.

Der TuSpo kann sich glücklich schätzen, dass er solche Mitglieder in seinen Reihen hatte.

 

 

Zuletzt geändert am: 13.02.2017 um 11:03

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